Sonntag, 24. September 2017

Danke, Sommer!


Vom babyinduzierten und doch ganz schön mürbemachenden Schlafentzug abgesehen – dieser Sommer war so schön, dass er ruhig noch ein Weilchen bleiben dürfte. Ach, von mir aus könnte es immer Sommer sein. Ich liebe es, meine Kinder leicht (oder gar nicht) bekleidet nach draußen schicken zu können, ihnen beim Spielen und Pritscheln zuzusehen und dabei selbst auf angenehmste Weise zur Ruhe zu kommen.



Diesen Sommer waren wir viel mit unserem alten Wohnmobil auf Reisen, am einzigartigen Neusiedler See, am wunderschönen Wallersee in Salzburg und am fast schon kitschigen Faaker See in Kärnten. Wir waren an der Kamp im Waldviertel zu Gast und auf ein Glaserl Wein in Langenlois. So macht das Leben Spaß!


Und wozu sich der Sommer außerdem ganz hervorragend eignet: Zum Eismachen. Offenbar gelingen meine Kreationen mittlerweile so gut, dass ich in Vergleichen mit Bruno, dem Konditor in unserem Ort und Maß aller Dinge, wenn es um die eiskalte Schleckerei geht, ganz gut mithalten kann.


Aber es hilft alles nix: Der Herbst ist da. Ich winke dem Sommer zu und schicke gemeinsam mit meinen Erinnerungen ein paar schöne Zeilen von Wilhelm Busch hinterdrein. Danke, Sommer! Ich freu mich auf ein Wiedersehen.


Immer wieder

Der Winter ging, der Sommer kam.
Er bringt aufs Neue wieder
den vielbeliebten Wunderkram
der Blumen und der Lieder.

Wie das so wechselt Jahr um Jahr,
betracht ich fast mit Sorgen.
Was lebte, starb, was ist, es war,
und heute wird zu morgen.

Stets muss die Bildnerin Natur
den alten Ton benützen
in Haus und Garten, Wald und Flur
zu ihren neuen Skizzen.



Fleur de Lait

Dieses Eis habe ich bei David Lebovitz entdeckt – und musste es allein schon seines wunderschönen Namens wegen ausprobieren. Das Besondere an der Rezeptur ist die Verwendung von Speisestärke anstelle von Eiern, was zur noblen Blässe der Eiscreme und einer superschönen, reichhaltigen Textur beiträgt. Das Eis ist sehr milchig im Geschmack und bei meinen Kindern sehr gut angekommen.
Als Hingucker hab ich mich an die filigranen Schokofedern gewagt, die ich auf Pinterest entdeckt habe – erstaunlicherweise sind sie ganz einfach herzustellen, lediglich beim Ablösen vom Papier ist Schnelligkeit und Fingerspitzengefühl gefragt.
Übrigens fühle ich mich dieser Tage ganz hip beim Befüllen meiner Eismaschine, hab ich doch gelesen, Eismachen wäre zurzeit – ganz im Gegensatz zu früher – voll im Trend. Damals, ja, da war es bloß das Hobby gelangweilter und überambitionierter Hausfrauen. Originalzitat. Ha!

Zutaten für etwa 1 Liter Eiscreme

Für das Eis
500 ml Vollmilch
150 g feiner Zucker
1 Prise Salz
25 g Maisstärke
250 ml Schlagobers

Für die weißen Schokofedern
1 Rippe weiße Schokolade

1. Milch mit Zucker und Salz in einem Topf erwärmen.

2. Maisstärke mit dem kalten Schlagobers glatt rühren und in die warme Milch einrühren.

3. Alles zusammen unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Masse anfängt zu kochen.

4. Hitze reduzieren und etwa 2 Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen.

5. Die Masse von der Hitze nehmen und in eine Schüssel umfüllen. Mit Frischhaltefolie bedecken, dabei die Folie direkt auf den Milchpudding legen. Abkühlen lassen, dann im Kühlschrank durchkühlen lassen.

6. Die Masse nochmals glattrühren, dann in der Eismaschine gefrieren.

7. Das Eis in eine vorgekühlte Kunststoffbox füllen und einige Stunden im Tiefkühler fest werden lassen.

8. Für die Schokofedern die Schokolade in der Mikrowelle oder im Wasserbad schmelzen und abkühlen lassen. Sie sollte dann nicht mehr ganz flüssig, sondern schon wieder etwas dicker sein in der Konsistenz.


9. Mithilfe eines kleinen selbstgefalteten Spritzsacks aus Papier werden nun auf ein Stück Backpapier mit genügend Abstand längliche Schokokleckse aufgetragen, die eher schmal, von der Länge her jedoch schon so wie später gewünscht sein sollten. Ein zweites Stück Backpapier darüberlegen und leicht andrücken, sodass die flüssige Schokolade etwas auseinander gedrückt wird. Das obere Backpapier vorsichtig abnehmen.


10. Nun hat man mehrere Federn-Rohlinge, die jetzt noch ausgefertigt werden. Ich habe dafür einen Partyspieß aus Kunststoff genommen, es gehen aber auch zum Beispiel Zahnstocher. Mithilfe des Spießes gibt man den Federn nun ihren typischen Look. Hier ist es wichtig, dass die Schokolade nicht mehr allzu flüssig ist, damit die Konturen nicht wieder ineinander verlaufen. Zu fest sollte sie allerdings auch nicht sein!

11. Den Federnschaft zieht man noch mit einem dünnen Schokoladenstrahl aus dem Papierspritzsäckchen nach.


12. Das Papier mit den Federn vorsichtig in Streifen schneiden und auf eine gewölbte Unterlage, beispielsweise eine Rehrückenform oder einen Eierkarton, zum Aushärten legen. Ich habe die Federn im Kühlschrank fest werden lassen.

13. Die Federn vorsichtig vom Papier lösen und auf dem Eis platzieren (geht natürlich noch besser, wenn das Eis in einem Schälchen angerichtet wird). Wenn es sehr warm ist, kann es von Vorteil sein, die Federn mit einer Pinzette vom Papier zu heben, weil die sehr dünne Schokoladenschicht allzu leicht zwischen den Fingern schmilzt. Klug ist es außerdem, gleich mehr Federn als benötigt herzustellen, weil vermutlich nicht alle unbeschadet vom Papier kommen werden (zumindest nicht bei mir).

Das Rezept stammt aus dem Buch The Perfect Scoop von David Lebovitz, erschienen bei Ten Speed Press.

Kommentare:

  1. Das Buch von David Lebovitz steht seit Jahren bei mir im Regal, aber dieses Eis ist mir noch nie ins Auge gesprungen. Interessant, denn ich bereite seit längerem Eis nur noch ohne Eier zu ( d.h. meist nach Rezepten von Jeni Britton Bauer, denn Herr Lebovitz verwendet gerne viele, viele Eigelb/Eier für seine Kreationen).

    P.S. Chapeau, die Schokofedern sehen sehr gelungen aus. :-)

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    1. Dankeschön, meine Liebe :-)
      Es sind aber eh nur zwei Federn zum Herzeigen gewesen ;-)))

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  2. Wunderschöne Sommerfotos! Leider muss man sich von dem immer wieder verabschieden, aber zum Glück kommt er auch wieder.
    Deine Federn sind super und mit meinen zwei Linken mach ich die sicher nicht nach. ;)

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    1. Danke liebe Susi - ich freu mich schon jetzt auf den nächsten Sommer :-)

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  3. Ein richtig schöner Abschied vom Sommer, der mit genau wie dir der Liebste ist!

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    1. Ach und die Federn sind total lebensecht! Ich dachte - aha, Gänsefedern. Ha.

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    2. Haha, das nehm ich mal als Kompliment ;-)

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  4. Oh, wow! Die Federn, die Fotos, das Eis... so ein Maschinchen steht schon viel zu lange auf meiner Liste... ob ich es endlich wagen soll?

    Herzliche Grüße!

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    1. Ja! Du sollst! Eis schmeckt auch im Herbst (und Winter)! :-)

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  5. Oh wow, die Federn sehen großartig aus! Wenn ich das mache, habe ich wahrscheinlich undefinierte Schokostreifen auf Backpapier ;-)

    Danke für das Rezept und liebe Grüße, Julia

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    1. Bitte gerne, liebe Julia :-) Am Backpapier sehen sie sicher schön aus, bei dir auch ganz bestimmt. Das Ablösen ist dann das Problem ;-) Liebe Grüße!

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  6. Federn! Du Künstlerin!
    Bei mir wären das wahrscheinlich eher Blätschen Blätter ggg

    lg. Sina

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