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Montag, 19. Juni 2017

Na Servus


Nicht, dass ich nicht mit Kindern, Mann, Hund und Haus schon genug um die Ohren hätte … Meldet sich auch noch ein Fernsehteam an, um mich bei der Zubereitung von Mühlviertler Mohnnudeln zu filmen. Na Servus! Beim Lesen der Drehanfrage war mein erster Gedanke: Nein. Woher die Zeit nehmen? Und überhaupt: Ich im Fernsehen? Hilfe! Doch dann kam mir ein Zitat von Nina Ruge in den Sinn (Danke, Erika!): Wo die Angst ist, geht es lang. Und so richtig und wichtig diese Worte sind, so sehr habe ich, im Nachhinein und ganz persönlich betrachtet, von meinem Ja zur Anfrage profitiert.



So kam es also, dass vergangenen Mittwoch ein kleines Team von Servus TV, bestehend aus Doris Ahornegger (Redaktion) und Gabriel Streif (Kamera), bei mir eintraf und meinen derzeit sehr vorhersehbaren Alltag ordentlich durcheinander wirbelte. Die beiden schafften es jedoch mit ihrer liebenswerten, lockeren und sehr professionellen Art im Handumdrehen, meine Nervosität vergessen zu machen und ich genoss den Tag mit zwei Kochdurchgängen, einem Interview und allerhand Zwischendurchfilmerei in vollen Zügen. Was dabei heraus kam, seht ihr morgen, am 20. Juni, ab 18:10 auf Servus TV. Hui, wird das aufregend …

Und ihr, liebe Leserinnen und Leser, kommt jetzt schon in den Genuss meines neuen, absoluten Mühlviertler Mohnnudel-Lieblingsrezeptes, das ich dank dreimaligen Probekochens nun im kleinen Finger hab und von dem ich behaupten kann: That’s it. Besser wird es nicht.



Meine Mühlviertler Mohnnudeln

Ausgehend von diesem interessanten alten Rezept, von dem ich mich erinnern kann, dass es zwar sehr gut geschmeckt, mich aber nicht zu 100 % überzeugt hat, habe ich nun meine für mich ideale Rezeptur und Herstellungsweise gefunden. Vergesst in Salzwasser gekochte Kartoffelnudeln! Diese hier liegen aus meiner Sicht geschmacklich vorn. Und das Beste überhaupt: Meine Kinder mögen sie! Strike!

Zutaten für etwa 6 Personen

Für den Teig
½ Liter Wasser
1 kräftige Prise Salz
3 rohe mittelgroße mehlige Kartoffeln (etwa 450 g)
500 g Mehl (vorzugsweise griffiges, glattes geht aber auch)

Zum Fertigstellen
150 g Butter
150 g Blaumohn
Kristallzucker nach Geschmack

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. Das Wasser in einem mittelgroßen Topf aufkochen und salzen.

2. Die Kartoffeln schälen, vierteln und zum Wasser geben. Das Mehl auf einmal darauf schütten. Nicht umrühren!

3. Mit einem Kochlöffelstiel mehrere Löcher (etwa 10) bis zum Topfboden durchstechen, damit das Wasser durchkochen und der Wasserdampf entweichen kann. Den Topf nicht abdecken, sondern alles offen etwa 25 Minuten auf kleiner Flamme kochen lassen. Nach dieser Zeit sollten die Kartoffeln gar sein – dies überprüft man am besten mit einem kleinen scharfen Messer (einfach ein paar Mal in die Masse stechen - es sollte kein Widerstand mehr spürbar sein).

4. Währenddessen den Mohn in einer Mohnmühle mahlen.

5. Den Topf vom Herd ziehen und die gesamte Masse (mitsamt dem wenigen verbliebenen Wasser) auf ein Nudelbrett oder die Arbeitsfläche stürzen. Mit dem Kartoffelstampfer die Kartoffeln so gut als möglich zerdrücken. Dabei kühlt die Masse etwas ab.

6. Sobald Mehl und Kartoffeln kühl genug zum Anfassen sind, mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten, bei dem jedoch noch einige Kartoffel- und Mehlstücke sichtbar bleiben können – das ist ganz charakteristisch für diesen Teig!

7. Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze einschalten. Butter in eine Rein geben und in den noch kalten Ofen stellen. Während der Ofen aufheizt, schmilzt die Butter.

8. Währenddessen die Nudeln herstellen: Den Teig in 4 Portionen teilen. Jede Portion zu einer etwa 1,5 cm dicken Rolle formen und etwa 1 cm breite Stücke abschneiden. Jedes Stück zu einer fingerdicken Nudel wutzeln.

9. Sobald die Butter geschmolzen ist, die Rein aus dem Ofen holen. Die Nudeln hinein geben. Den gemahlenen Mohn und Kristallzucker darüber streuen. Vorsichtig durchmischen.

10. Nun kommen die Mohnnudeln für 15 Minuten ins Rohr. Dort werden sie heiß und die Kartoffelmasse zieht an.

11. Aus dem Rohr nehmen, nach Belieben mit Staubzucker bestreuen und servieren.

Tipps:
* Je wärmer die Teigzutaten noch sind, desto besser fügt sich der Teig zusammen – also auf keinen Fall zu lange mit dem Zusammenkneten warten!
* Dasselbe gilt auch für das Wutzeln der Nudeln – je wärmer der Teig noch ist, desto besser geht es.
* Besonders einfach ist es, wenn man beim Herstellen des Teiges die Küchenmaschine zu Hilfe nimmt: Die brennheiße Masse einfach in die Rührschüssel geben und alles bei niedriger Stufe mit dem Knethaken einige Minuten lang durchkneten. Funktioniert ganz wunderbar!

Liebe Doris, lieber Gabriel, nochmals ein herzliches Dankeschön an den schönen und spannenden Tag mit euch! Und auch meinem Mann sei an dieser Stelle mehr als gedankt: Er hat mir den ganzen Tag lang den Rücken frei gehalten und sich um die Rasselbande gekümmert … Küsschen J.

Nachtrag: Der Beitrag lässt sich hier nachgucken :-) Oder auch gleich hier:



Nachtrag zum Nachtrag: Wie oft habe ich diesen Satz gehört, seit der Beitrag auf Sendung ging: GENAU SO hat meine Oma / meine Tante / meine Mutter die Mohnnudeln auch gemacht und jetzt kenn ich endlich das Rezept. 
Das finde ich richtig klasse. Und außerdem: Danke euch allen ... Ich habe mich riesig über die vielen schönen und durchwegs positiven Rückmeldungen zum Beitrag gefreut!

Kommentare:

  1. Ui da freu ich mich schon auf heute abend! Wir sehen uns auf Servus (ich bin die auf dem weißen Sofa!)

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  2. Hmmm, super gut!! Bei uns im Waldviertel läuft das gleiche Rezept unter "Original Waldviertler Mohnnudeln" und es wird Waldviertler Graumohn verwendet. Wenn keine Kinder mit essen wird noch etwas Rum darüber geträufelt. Und jetzt geh ich fernsehen.
    LG Susi

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    1. Hm, dann ist wohl der einzige Unterschied zwischen den "Originalen" die Art des Mohn, gell? ;-) Liebe Grüße!

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  3. Toller Beitrag ������
    Freundin mich auch schon aufs durchstöbern deines Blogs������

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    1. Danke :-) Ich freu mich auch, dass du hier bist!

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  4. SOOOO schade, ich habe alles versucht, nur leider (!) bekomme ich digital ServusTV in F nicht rein. Kannst Du nicht vielleicht die Übertragung nachträglich bei dir reinstellen?
    liebe Grüße

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    1. https://m.youtube.com/watch?v=9J4tDcu7v1s
      Bitteschön, liebe Micha!
      Ich fügs oben auch noch ein :-)))

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    2. Nach dem Film noch viel größerer Fan als vorher - soweit das möglich ist !
      Ich mochte alles: über Kinder, Hund, Kegel (sagt man doch so, oder) und Rezept!
      (Und wenn ich offene Haare habe, dann auch nicht ohne ein Haargummi ums Handgelenkt ;)
      ganz liebe Grüße - ich hoffe auf mehr *bewegte Maria*! Du scheinst mir dafür gemacht zu sein!

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    3. Ich werde noch ganz rot bei all diesen lieben Worten hier ... :-) Danke, Micha!!! Und ja, Haargummi ist Pflicht ;-)

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  5. ich geh sofort schauen (digital)!!
    So ein Rezept kenne ich aus dem Waldviertel, genau so wurden die Mohnnudeln von der alten Bäuerin (mittlerweile lang verstorben) immer gemacht, lg

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    1. Diese Machart ist schon sehr witzig, gell? Aber der Teig wird sowas von geschmeidig ... Liebe Grüße!

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    2. du warst so natürlich und unaufgeregt und souverän und einfach toll!! Wer weiß, ob du jetzt nicht öfter angefragt wirst...

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  6. Huch ist das aber schön, dich sozusagen in die gute Stube holen zu können-Freude herrscht!-Mohnoel aus deiner Heimat brauche ich in Küche und Bad, leider habe ich noch nie ein blühendes Mohnfeld gesehen, auch schön stelle ich mir ein Feld voller Samenkapseln vor. Ich habe da noch eine scheue Frage an dich: aus welchem Holz ist dein Arbeitsbrett gefertigt?
    Vielen Dank im Voraus und ein lautes CIAO BELLA CIAO BELLA CIAOCIAOCIAO -dora

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    1. Liebe Dora, danke für deine lieben Zeilen :-)
      Das Nudelbrett ist aus Hainbuche, von meinem Mann liebevoll in Handarbeit hergestellt ...

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  7. Huii, sieht das lecker aus..da fängt direkt mein Magen an zu knurren;) Ich liebe ja alles mit Mohn, schon gemein dann solche leckeren Bilder anzusehen;)
    Liebe GRüsse,
    Krisi

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    1. Na dann ab in die Küche liebe Krisi ... Mohn hast du vermutlich daheim!? ;-)

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  8. Hab dich gesehen! :)
    Sehr souverän warst du. Bei Agi genau so wie bei Mama-Sachen und natürlich auch beim Kochen.

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  9. Hab mir das Video schon angeschaut - schön dich mal wieder zu sehen :-)
    Da sind auch bei mir Erinnerungen hoch gekommen, da Mohnnudeln meine absolute Leibspeise aus Kindheitstagen sind! Viel zu selten mach ich sie selber (öfter mal aber kocht meine Mum sie für mich :-)) und bei meinen Kids kommen sie leider auch nicht allzugut an. Werd mich das nächste mal an deine Rezeptur/Methode halten und immer wieder mal machen, schließlich geht's da ja auch um die Weitergabe eines alten Kulturgutes als Mühlviertlerin ;-)
    Alles Liebe

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    1. Und schön, dich mal wieder zu lesen, liebe Elisabeth! Wie gehts dir und deiner Familie?
      Du hast recht, Mohnnudeln sind Kulturgut und gehören unbedingt weitergegeben. Probier das Rezept - es ist das einzige, das beim Minimädel ankommt ;-)
      Und Stichwort "immer wieder mal machen" ... Zwangfreie Beharrlichkeit heißt die Devise :-)))
      Alles Liebe auch dir!

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  10. Einfach toll alles- Super Rezept und toll gemacht, auch das mit dem Fernsehen supi! LG und eine schöne Woche!
    Ingrid

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