Freitag, 6. Januar 2017

Winter Wonder Land


Die Welt ist grad eine riesengroße Schneekugel und das ist wahnsinnig schön. Ein Winter, wie er sein soll! Für mich ist keine andere Jahreszeit so stark mit Kindheitserinnerungen verbandelt wie diese. Schneemänner und Iglus bauen, Schlitten fahren und Sackl rutschen, durch den Schnee kugeln, Schnee-Engerl strampeln, Pfade austreten, Schneeballschlachten bestreiten, der Schwester das Gesicht mit Schnee einreiben und dem Bruder eine Handvoll davon in den Kragen stecken. Alles Dinge, die ausnahmslos jede Generation für sich entdeckt, die nicht verloren gehen – und für die man nie zu alt werden darf. Wir lieben den Winter!



Was wir auch lieben: Smoothies. Ich, weil es meiner Mutterseele gut tut, Gesundes in die Kehlen meiner Kinder fließen zu sehen. Das Minimädel, so vermute ich, wegen der schönen Farben (lila und rosa liegen naturgemäß voll im Trend). Und der kleine Mann – das weiß ich! – wegen dem tollen Mixer. Großes Drama, wenn ich vergesse, ihn einschalten zu lassen…
Er mischt sich aber auch schon immer mehr in das ein, was davor geschieht. Und wenn ich das Glück habe, etwas länger schlafen zu dürfen und mich noch einmal ganz entspannt mit dem Käferlein unter die Tuchent kuschle, während vor der Schlafzimmertür schon allerhand los ist, dann höre ich hin und wieder aus der Küche so zuckersüße Kommandos wie:

Musi mocha!
Ahane eini!
Apfel a nu!
Ogat a!
Müch eini!*

Brav gehorcht der Papa aufs Wort und spätestens dann, wenn der Mixer brummt und ich vor meinem inneren Auge den kleinen Mann mit seligem Blick auf seinem Hocker stehen seh, hält mich nichts mehr. Tuchent weg, ab in die Küche. Smoothie trinken.

*im konkreten Fall wurde das ein Smoothie mit Banane, Apfel, Joghurt und Milch


RoKoKo-Smoothie mit Joghurt

Die Wortkreation RoKoKo stammt aus dem tian in Wien. Hier stand es einmal auf der Karte, ein Dessert mit Roter Rübe, Kornelkirsche und Kokos. Ich fand das hübsch – und hab einen Smoothie draus gemacht.
Um ehrlich zu sein: Bei den Kindern kam er nicht besonders gut an. Ich hingegen fand ihn ganz wunderbar. Von der Konsistenz her wird er eher dick, wenn man sich ans Rezept hält – für einen etwas flüssigeren Smoothie ein bisserl mehr Kokoswasser nehmen oder zusätzlich Wasser angießen.

Zutaten für 4 Portionen

Für den Smoothie
5 Datteln
½ kleine Rote Rübe (geschält und gewürfelt gewogen etwa 70 g)
250 g Dirndlpüree (meines tiefgekühlt und aufgetaut)
1 Banane
0,33 l Kokoswasser
4 EL Honig

Für das Kokosjoghurt
200 g Vollmilchjoghurt
1 EL Zucker
2 EL Kokosmus

Zum Bestreuen
Kokosflocken

1. Für den Smoothie die Datteln mit kochend heißem Wasser übergießen und 20 Minuten ziehen lassen, dann abtropfen lassen.

2. Die Rote Rübe schälen und in Würfel schneiden. Wer keinen besonders leistungsstarken Mixer daheim hat, sollte die Rote Rübe nicht würfeln, sondern raspeln.

3. Alle Smoothie-Zutaten in den Mixer geben und 1 – 2 Minuten auf höchster Stufe glatt pürieren.

4. Für das Kokosjoghurt alle Zutaten glatt rühren.

5. Das Kokosjoghurt auf 4 Gläser verteilen und den Smoothie darüber gießen. Mit einer Gabel die beiden Schichten etwas vermischen.

6. Mit Kokosflocken bestreuen und servieren.



In meinem Winter Wonder Land hab ich übrigens – fast vor der Haustür – ein seltsames Getier gesehen, das ich daheim erst googeln musste. Ein Hermelin in weißem Winterkleid! Auf dem Bild unten ist seine schwarze Schwanzspitze zu sehen – über dem Schriftzug, ziemlich genau oberhalb vom i.


Und ja, es heißt das Hermelin, DAS. J
Sonntag, 1. Januar 2017

Eine besondere Nacht, ein besonderer Morgen


Die Neujahrsnacht ist eine ganz besondere Nacht. Verborgene Schätze treten ans Licht. Steine drehen sich um. Und wer Schlag 12 drei Mal seinen eigenen Namen ruft, der sieht sich selbst – so er das denn will. Überhaupt kann man in dieser Nacht viel über sein Schicksal im kommenden Jahr erfahren. Und Glückwünsche: Die waren in früherer Zeit nicht bloß Höflichkeit, sondern wirksamer, segensreicher Zauber für alle Menschen, Tiere und Pflanzen, die einem lieb und teuer waren.

Alles Liebe und Gute, viel Glück und Gesundheit – das wünsche ich euch, ganz in diesem Sinne.

***
Neues Jahr 

Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr. 
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. 
Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, 
ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben. 

Johann Wilhelm Wilms

***



Neujahrsstern mit Vanille & Kardamom

Eine besondere Nacht verlangt nach einem besonderen Morgen. Vielleicht nach Zusammensein, Gemütlichkeit – und ein bisschen kulinarischem Erbe? Ich habe heuer wieder einen Neujahrsstern gebacken, der traditionell am Neujahrstag zum gemeinsamen (Sekt-)Frühstück gegessen wird – ein schöner Brauch, der Glück im kommenden Jahr verspricht.
In Oberösterreich sind Neujahrssterne mit vier, sechs, acht oder gar zwölf Strahlen überliefert. Sie werden aus einem einfachen Germteig geformt, der ohne Milch und Eier auskommt. Insofern sind die Neujahrssterne mehr süßes Brot als Brioche. Sie schmecken ganz frisch aus dem Ofen besonders köstlich, sind aber auch am nächsten Tag noch ein gern gesehener Gast zum Kaffee.
Die einzelnen Strahlen des Sternes können aus drei, vier, fünf oder auch sechs Strängen geflochten werden – ganz wie man möchte. Ach, und noch etwas: Kinderaugen leuchten, wenn der Neujahrsstern auf einem großen Tablett mit Sternspritzern serviert wird.

Für 1 großen oder 2 kleine Sterne

750 g Universalmehl
70 g Zucker
60 g weiche Butter
2 EL Vanillezucker
½ TL Kardamom gemahlen
1 gute Prise Salz
20 g frische Germ oder 1 Packerl Trockengerm
350 ml lauwarmes Wasser

Zum Bestreichen
1 Ei

1. Mehl, Zucker und Butter in die Schüssel der Küchenmaschine einwiegen. Vanillezucker, Kardamom, Salz und Germ sowie das lauwarme Wasser hinzufügen und alle Zutaten mit dem Knethaken auf mittlerer Stufe etwa 10 Minuten lang zu einem glatten und geschmeidigen Teig verkneten.

2. Den Teig mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

3. Den Teig auf eine unbemehlte Arbeitsfläche geben. Für einen großen Stern den Teig in 10 Stücke teilen. Für zwei kleinere Sterne den Teig in 20 Stücke teilen. Die Teiglinge rund schleifen, auf ein bemehltes Tuch setzen und abdecken.

4. Pro Stern 9 der 10 Teiglinge zu Strängen von etwa 50 cm Länge ausrollen (der zehnte Teigling wird für die Verzierung benötigt).

5. Je drei Teigstränge an einem Ende zusammenfassen und einen Dreistrangzopf flechten. Kurz vor der Mitte die Flechtarbeit beenden.


6. Nun werden die drei halbfertigen Zöpfe auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech angeordnet und dann fertig geflochten (siehe Bilder).


7. Aus dem zehnten Teigling werden nun noch Blätter und Blüten geformt, ganz wie es einem gefällt. Die Verzierung an der Unterseite mit etwas Wasser benetzen und auf den Neujahrsstern aufsetzen.

8. Den Stern abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen.

9. In der Zwischenzeit den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Ei versprudeln.

10. Den Neujahrsstern mit Ei bestreichen und im vorgeheizten Rohr 20 – 25 Minuten goldbraun backen. Diese Backzeit gilt für die zwei kleineren Sterne. Ein großer Stern braucht einige Minuten länger.

11. Den Neujahrsstern aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


Anmerkungen

* Sowohl der kleinere als auch der große Stern passt auf ein herkömmliches Backblech. Der größere Stern muss dann jedoch ein wenig mehr zusammen geschoben werden, sprich: Er wird höher.

* Wer den Neujahrsstern ganz frisch backen möchte, muss etwa 3 Stunden einplanen – und dementsprechend zeitig aufstehen. Eine andere Möglichkeit ist, den Stern am Vorteig zu backen, aber nur ganz hell. Man nimmt ihn gute 5 Minuten früher aus dem Backrohr, lässt ihn abkühlen und wickelt ihn gut ein. Am Morgen legt man ihn auf den Gitterrost im noch kalten Backrohr und schaltet den Ofen auf 160 °C Heißluft ein. Nach guten 10 – 15 Minuten sollte er fertig gebacken, knusprig und duftend aus dem Ofen kommen.

* Vergangenes Jahr habe ich mich an einem Stern mit Vierstrangzöpfen versucht. Dafür braucht man dann nicht 9, sondern 12 Stränge pro Stern. Hier ist die Anleitung dazu:

Je vier Teigstränge an einem Ende zusammenfassen und Vierstrangzöpfe zu flechten beginnen. Dafür einen Strang (Strang 1) link ablegen, die restlichen Stränge (2 – 4) nach rechts legen.


Nun wie folgt flechten:

1. Den rechten äußeren Strang (Strang 4) UNTER den nächsten (Strang 3) und ÜBER den übernächsten Strang (Strang 2) nach links ablegen. (Bild links)
2. Den neuen rechten äußeren Strang (Strang 3) UNTER den nächsten Strang (Strang 2) nach links ablegen. (Bild rechts)


Es liegen nun drei Stränge links, einer liegt rechts. Nun wird in die andere Richtung geflochten, nämlich:

3. Den linken äußeren Strang (Strang 1) ÜBER den nächsten (Strang 4) und UNTER den übernächsten Strang (Strang 3) nach rechts ablegen. (Bild links)
4. Den neuen rechten äußeren Strang (Strang 4) ÜBER den nächsten Strang (Strang 3) nach rechts ablegen. (Bild rechts)


Die Schritte 1 bis 4 werden nun bis kurz vor der Mitte des Zopfes wiederholt.

Die drei halbfertigen Zöpfe werden auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech angeordnet und dann fertig geflochten.



Quelle: Brot und Brauchtum von Elisabeth Schiffkorn, erschienen im Landesverlag.
Sonntag, 11. Dezember 2016

Lussekatter 2.0

 
Julgalt / Weihnachtseber | Julvagn / Weihnachtswagen | Pojke / Bub | Lilja / Lilie | Julbock / Weihnachtsbock | Julhärta / Weihnachtsherz

Es gibt so Dinge, die lassen mich nicht los, sie verfolgen mich, ich verliebe mich irgendwann und kann mich dann endlos mit ihnen beschäftigen und an ihnen rumrecherchieren. So Dinge wie die wunderbaren kleinen Goldteilchen, das skandinavische Safrangebäck, das zum Luciafest am 13. Dezember gebacken wird: Lussekatter. Nicht, dass ich weiter an einem anderen, besseren Rezept dafür suchen würde – ich für meinen Teil habe meins gefunden und halte es für perfekt so wie es ist. Nein, es ist etwas anderes, das mich fesselt, nämlich die Tatsache, dass diese Luciakatzen in einer derartigen Vielgestalt bestehen, dass es für Flecht- und Formfetischisten wie mich eine wahre Freude ist.

In aller Eile, zwischen Windelbergen (Bergen!), Kinderbespaßung und haushälterischen Pflichten gebe ich euch für den heurigen Luciatag einige Anregungen mit auf den Weg, wie Lussekatter geformt werden können. Die Auflistung ist lange nicht vollständig, die Bezeichnungen und Übersetzungen vermutlich ganz und gar nicht korrekt – und immer noch warte ich auf den Sensationsfund im Internet: Eine Seite, ein Buch, irgendwas, das sich in aller verlässlicher Ausführlichkeit mit Tradition und Brauchtum, mit Rezepturen und Formengebung beschäftigt. Bis dahin: Ich bleib dran, versprochen. Ich bin schließlich verliebt.

Lyran / Lyra | Sockerbulle / Zuckerbrötchen [wird nach dem Backen mit flüssiger Butter bestrichen und in Zucker gewälzt] | Soldatgutt / Soldatenjunge | Julkuse / Weihnachtspferd | Julfagel / Weihnachtsvogel | Krans / Kranz

 
Lussekatt / Luciakatze | Krona / Krone | Lussekatt / Luciakatze [weitere Form]

Die Gebilde auf den Fotos habe ich an einem trüben Nachmittag gemeinsam mit dem Minimädel geformt und fotografiert. Der Teig ist selbst gemachter Playdough, eine Art Salzteig nach einem Rezept von Emmanuel Hadjiandreou, dessen Buch Making bread together ich nach wie vor sehr gerne habe (Rezeptekostprobe hier). Er verwendet diesen Teig, um seine Fingerfertigkeit im Kneten und Formen zu trainieren – ist das nicht eine schlaue Idee! Alternativ lässt sich natürlich auch selbst gemachtes Plastilin gut verwenden. Oder ein einfacher Teig, der aus gleichen Teilen Maismehl und kochendem Wasser zusammengeknetet wird. Sobald er nicht mehr heiß ist, lässt er sich ganz wunderbar formen, ohne zu kleben - sonnengelbe Farbe inklusive!

Playdough

Dieser Playdough nach dem Rezept von Emmanuel Hadjiandreou wurde bei mir etwas zu trocken, dementsprechend ließ er sich nicht ganz so perfekt formen. Beim nächsten Mal werde ich etwas mehr Wasser dazu geben, bis der Teig gut geschmeidig und flexibel ist. Für die gelbe Färbung habe ich noch etwas Kurkuma hinzugefügt. Beim Spielen selbst ist es dann gut, den nicht benötigten Teil des Teiges in Folie einzuwickeln, da er relativ schnell austrocknet.

360 g Mehl
1 Packung Backpulver
2 EL Rapsöl
400 ml Wasser (beim nächsten Mal etwas mehr)
180 g feines Salz

1. Mehl mit Backpulver und Öl vermischen.

2. Das Wasser mit dem Salz aufkochen, bis sich das Salz aufgelöst hat.

3. Das heiße Salzwasser zur Mehlmischung geben und mit dem Knethaken des Mixers verrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist.

4. Den Teig abkühlen lassen, dann nochmals gut durchkneten, bis er weich und formbar ist. Los geht’s!

Das Rezept stammt aus dem Buch Making bread together von Emmanuel Hadjiandreou, erschienen bei Ryland Peters & Small.
Freitag, 25. November 2016

Angekommen


Es gibt Momente im Leben, die auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber verlieren.


Oder besser: … in der Wiederwiederholung. Und genau so ist es auch. Unser Haus ist erfüllt von so viel Leben, seit vor knapp zwei Wochen ein kleines Käferlein in unsere Welt geflogen kam. Die Tage erleben wir sehr intensiv, die Nächte sind trotz allem erholsam. Wieder können wir uns kaum satt sehen an den dunklen, staunenden Augen dieses kleinen Wesens, wieder sind wir unendlich dankbar, dass unser Sohn gesund und bei uns ist.


Die Tulpe und der Käfer

Es sitzt ein kleines Käferlein
in einer Tulpenblüte,
sie lädt ihn ein, ihr Gast zu sein
und spricht in ihrer Güte:

„Ruh dich aus, mein kleiner Freund,
ich schließe meine Blätter,
du bist beschützt vor jedem Feind
und auch vor jedem Wetter.“

Sanft schaukelt sie das Käferkind,
es fühlt sich wie im Himmel.
Es träumt vom lauen Frühlingswind
und Maiglöckchengebimmel.

Die Tulpe schläft und träumt dann auch,
sie lächelt sanft im Schlaf.
Sie hat ein Kind in ihrem Bauch,
das sie beschützen darf.

Nur zögernd öffnet sie am Morgen
die roten Blütenblätter,
sie möchte weiter für ihn sorgen,
zu zweit ist es viel netter.

Das Käferchen jedoch fliegt los,
es ruft noch „Danke schön!“
Die Tulpe teilt der Mütter Los,
wartet auf’s Wiedersehn.

Regina Meier zu Verl

Sonntag, 13. November 2016

Trata!


Der kleine Mann liebt Traktoren. Neben Mama und Papa war Trata aka Traktor tatsächlich sein erstes Wort. Heute gibt es für ihn nichts Schöneres, als mit seinem Onkel oder Opa am Traktor zu sitzen und Holz heim zu schaffen, gerne auch stundenlang, wortkarg und voll konzentriert. Und es vergeht kaum ein Tag, an dem er sich nicht irgendwann einmal eine Fernbedienung, einen Holzbaustein oder eines dieser furchtbaren Fake-Handies vom Minimädel (btw … warum bloß gibt es keine goodie-freien Kinderzeitschriften ohne dieses entsetzliche Plastik-Klumpert mehr, warum?) ans Ohr hält und ruft: Opa Ehep [Opa Sepp], Deere-Runde!!! Was für ein Glück, dass Onkel und Opa Traktoren aller Farben und Größen in der Garage haben – sogar 6 an der Zahl! Also ehrlich, da muss man ja traktornarrisch werden …

Und weil der kleine Mann Traktoren so liebt, kennt er sich für seine zwei Jahre auch schon ziemlich gut mit den verschiedenen Marken aus. Was meint ihr, was ist ein …

Dir (ok, das ist leicht)
Fent (auch leicht)
Deuz (jaja, aber genug ausgeruht, jetzt wird’s schon schwieriger …)
Nonend
Dini
Inta
ACC
Eier
Fa
Braun

and finally … Zuzaza?


Vollkorn-Traktorkekse

Die Traktorkekse schmecken nicht zu süß, nussig und gut für Zwischendurch. Wer mag, bestreut die Kekse vor dem Backen noch mit etwas Braunzucker und drückt den Zucker leicht an.

Zutaten für etwa 2 Bleche

250 g Dinkelvollkornmehl
50 g Zucker
75 g gemahlene Mandeln
½ TL Zimt
½ TL Backpulver
1 TL Vanillezucker
1 TL Zitronenschale
100 g kalte Butter
1 Ei
1 Schuss Milch

1. Mehl mit Zucker, Mandeln, Zimt, Backpulver, Vanillezucker und Zitronenschale mischen.

2. Die kalte Butter in Stücken dazugeben und gut mit der Mehlmischung verbröseln.

3. Ei und Milch zugeben und alles zu einem glatten Mürbteig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und etwa 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Man kann den Teig auch gut am Vortag zubereiten und über Nacht ruhen lassen.

4. Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

5. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen, Traktoren oder andere Formen ausstechen und auf den Blechen verteilen.

6. Die Kekse etwa 12 – 15 Minuten goldbraun backen.

7. Aus dem Ofen nehmen, kurz überkühlen lassen und dann auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.

Quelle: Kuchenschlacht.


Auflösung: Dir = John Deere, Fent = Fendt, Deuz = Deutz, Nonend = New Holland, Dini = Landini, Inta = Lindner, ACC = IHC / International, Eier = Steyr, Fa = Fahr, Braun = David Brown.
Und der Zuzaza? Das ist der 15er-Steyr meiner Großeltern väterlicherseits, unser beliebtester Ausflugstraktor und liebevoll Fuchzehna genannt. 
Mittwoch, 9. November 2016

Vorfreude ist die schönste Freude


Was war ich doch für eine vorbildliche Schwangere, als ich mich auf das Minimädel freute: Gymnastik, Akupunktur, Homöopathie, Aromaöle, Entspannung und Meditation, Dampfbäder – alles hatte ich im Programm. Von kubikliterweise Schwangerschaftstee ganz zu schweigen. Beim kleinen Mann dann war ich schon ein wenig fauler und hatte weit weniger Zeit. Aber dem Tee blieb ich treu. Und jetzt? Puh, es ist wohl geworden, was es werden musste: Eine Schwangerschaft, die mitläuft. Mitlaufen muss, so ziemlich nebenbei. Die Geburtsvorbereitung habe ich schnell in andere Hände gelegt – in die meines eigenen Körpers. Am Tag X vertraue ich darauf, dass er sich selbst optimal vorbereitet hat. Ich denke und hoffe, er weiß mittlerweile, was zu tun ist.

Die Sache mit dem Schwangerschaftstee konnte ich dennoch nicht ganz lassen. Inspiriert durch Beth und ihr Moon Mother Elixir stelle ich euch heute – auf meinen letzten Metern – eine Mischung vor, die ich immer wieder gern getrunken habe – entweder warm als Tee, im Sommer aber auch gerne (eis-)gekühlt oder in Form eines Cocktails mit Kombucha oder leichtem Schwarztee gemischt und mit Eiswürfeln serviert. Wenn ich Lust darauf verspürte, ging ich einfach zwei Etagen tiefer und holte mir meine Kräuter und Blütenblätter frisch aus dem Garten. Kleine Momente der Fokussierung und Entspannung inklusive …


Vorfreudetee / Schwangerschaftstee

Generell sollte in der Schwangerschaft viel getrunken werden, um den Körper bei seiner energieraubenden Aufgabe, ein Kind für sein Leben da draußen zu rüsten, optimal zu unterstützen. Schwangerschaftstees sind dabei durch ihre Zusammensetzung und die Kraft und Wirkungsweisen der enthaltenen Kräuter sehr hilfreich. Die bekannte Hebamme Ingeborg Stadelmann empfiehlt, etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche täglich drei Tassen davon zu trinken.
Meinen Vorfreudetee habe ich dieses Mal leider sehr unregelmäßig genossen, schon gar nicht täglich. Gründe dafür gibt es viele, ganz bestimmt aber nicht den, dass er nicht schmeckt.

Zutaten für 1 Liter Tee

2 Handvoll frische Kräuter aus dem Garten: Himbeerblätter, Brennnesselblätter, Schafgarbenkraut, Frauenmantelkraut und Zitronenmelisse
einige duftende Rosenblütenblätter
1 EL getrocknete Hibiskusblüten
2 - 3 Scheibchen frischer Ingwer
1 Liter kochend heißes Wasser
1 – 2 TL Rosenwasser
Honig nach Geschmack

1. Frische Kräuter, Rosenblütenblätter, Hibiskusblüten und Ingwer in eine Teekanne geben und mit kochend heißem Wasser übergießen. Etwa 10 Minuten ziehen lassen.

2. Abseihen und mit Rosenwasser und Honig verfeinern. Der Tee schmeckt heiß und kalt ganz hervorragend.


So, und was bewirken nun meine Pflanzenfreunde?

Himbeerblätter lockern die Muskulatur im kleinen Becken, unterstützen den gesamten Stoffwechsel, wirken anregend auf den Darm, erzeugen innere Ruhe und Gelassenheit und sind reich an Vitaminen.

Brennnesselblätter wirken mild diuretisch, das heißt, sie unterstützen die Ausscheidung über die Nieren. Sie sind richtige Superhelden, was ihren Vitamin- und Mineralstoffgehalt betrifft, sie verbessern die Elastizität der Venen und können dabei helfen, den Eisenstatus des Körpers zu erhöhen – ein wahrer Segen bei Müdigkeit und Energielosigkeit.

Schafgarbe unterstützt die Blutgerinnung und wirkt ebenfalls harntreibend, was der Bildung von Ödemen entgegen wirken kann. Auch bei Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit kann sie hilfreich sein.

Frauenmantel wird traditionell zur Unterstützung der besonderen hormonellen Situation in der Schwangerschaft getrunken.

Zitronenmelisse wirkt beruhigend und ist gut für die Verdauung bzw. bei Magen-Darm-Beschwerden.

Rosenblüten haben eine beruhigende und kühlende Wirkung.

Hibiskusblüten stimulieren die Durchblutung der Gebärmutter und wirken leicht harntreibend.

Ingwer ist hilfreich gegen Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen, außerdem stärkt er das Immunsystem.

Quelle unter anderem: hebammenwissen.info
Donnerstag, 3. November 2016

Eine Seele von einem Mädel


Heute wird es Regen geben, meint das Minimädel neben mir mit ernster Miene, während wir aus dem Fenster schauen, während draußen die Blätter vorbei wirbeln – und es kräftig regnet. Ich liebe meine Kleine sehr – und für solche Momente noch mehr. Ich beneide sie geradezu um ihr Vermögen, die Echtzeit einfach auszublenden und hinüber zu tauchen in ein imaginäres Zauberreich, so voller Phantasie, voller Schmetterlinge und Einhörner, wo sie über Regenbögen spaziert und mit verzauberten Ponys zu den Wolken fliegt.

So ein Zauberreich bräuchte auch ich manchmal, wenn plötzlich die Freundin des Minimädels samt deren geschmackvoll gekleideter Mutter an der Haustür steht und ich extremst ungestylt öffnen muss, gleichzeitig der kleine Mann viel zu früh und mit verstopfter Nase und daher weinend aus seinem Mittagsschlaf erwacht und Chi, der aufgeweckte Border Collie, mir auch noch voller Erwartung sein Spielzeug auf die Zehen legt. Sternenschweif, wo bist du???

Zum Glück sind solche Stressmomente in der Unterzahl, viel öfter passiert es, dass ich vor lauter Lachen nicht mehr weiß, wohin. Kürzlich durfte das Minimädel bei mir im großen Bett schlafen, mein Mann war verreist. Wir drehten das Licht ab und wünschten uns eine gute Nacht. Plötzlich begab sich die Kleine neben mir in den Vierfüßlerstand – und verharrte regungslos. Was soll das?, fragte ich. Ach Mama, meinte sie, du weißt schon. Ich war verwirrt, ich wusste nicht. Einhörner und Pferde schlafen nun mal so – im Stehen. Sie schnaubte müde und senkte den Kopf. Vermutlich bin ich vor ihr eingeschlafen.


Allerheiligenstriezel mit Seelenvögeln

Ich weiß, ich bin spät dran. Viel zu spät. Deshalb lege ich euch diesen Allerheiligenstriezel für’s nächste Jahr ans Herz. Er wird aus Dinkelmehl gemacht, ist wattig weich und saftig. Ein gewisser Vollkornanteil stünde ihm sicher ebenfalls gut zu Gesicht, was ich mir selbst hiermit gleich vormerke.
Geformt wird er aus einem geflochtenen Vierstrangzopf, dem eine Kordel aus zwei kleineren Strängen sowie zwei Seelenvögel aufgesetzt werden. Seelenvögel habe ich im Buch Brot und Brauchtum von Elisabeth Schiffkorn entdeckt – sie symbolisieren den Geist der Verstorbenen.

Zutaten für 3 Striezel

Für den Teig
1 kg glattes Dinkelmehl
30 g frische Hefe, zerbröckelt (oder 1, 5 Packerl Trockenhefe)
180 g Zucker
1/2 TL Salz
550 g lauwarme Milch
150 g weiche Butter
3 Dotter

Zum Bestreichen
1 verquirltes Ei

1. Die Teigzutaten der Reihe nach in die Schüssel der Küchenmaschine einwiegen. Auf mittlerer Stufe einige Minuten lang mit dem Knethaken zu einem glatten, geschmeidigen und eher weichen Germteig verarbeiten. Sobald sich der Teig vom Schüsselrand löst, ist er fertig.

2. Den Teig mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

3. Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche gut durchkneten und in 18 Stücke teilen. Pro Striezel werden 6 Stücke benötigt. Jeden Teigling auf der Arbeitsfläche rund schleifen und dann auf einem bemehlten Küchentuch abgedeckt bis zur Verarbeitung parken.

4. 6 Teiglinge bereit legen. 4 davon bleiben ganz, von den restlichen zweien wird jeweils mit der Teigkarte ein Drittel abgestochen.


5. Die 4 ganzen Teiglinge werden zu Strängen von etwa 50 cm Länge ausgerollt und zu einem Vierstrangzopf geflochten. Dazu werden die 4 Teigenden fest zusammengedrückt. Drei Stränge kommen nach rechts, ein Strang kommt nach links.


Auf der rechten Seite wird nun einmal ganz normal geflochten, wie man es von einem Dreistrangzopf kennt, also einmal nach links (4 über 3) und einmal nach rechts (2 über 4).


Dann wird der linke Strang unter den Nachbarstrang nach rechts dazugelegt (1 unter 4). Es liegen nun wieder drei Stränge rechts und einer links. Mit der Flechtung so fortfahren, bis der Zopf fertig geflochten ist.



Den Zopf auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben.

6. Die zwei verbleibenden größeren Teigstücke werden zur Länge des Striezels ausgerollt und miteinander verzwirbelt.
Nun sind noch zwei kleine Teigstücke übrig, aus ihnen werden die Seelenvögel gemacht. Sie werden zu einer Länge von etwa 25 cm ausgerollt. Einen lockeren Knoten schlingen. Das unten liegende Ende wird das Schwanzteil, es wird flach gedrückt und mehrmals eingeschnitten.


7. Die Oberfläche des Vierstrangzopfes mit Wasser bestreichen, den verzwirbelten Zopf mittig der Länge nach auflegen und leicht andrücken. Seelenvögel an beliebiger Stelle auf den Striezel aufsetzen, dabei die Stelle wieder mit etwas Wasser benetzen, damit später beim Backen nichts verrutscht.

8. Mit den restlichen Teigkugeln genauso verfahren.

9. Die Allerheiligenstriezel mit Ei bestreichen und dann nochmals etwa 30 Minuten gehen lassen. Kurz vor dem Backen nochmals mit Ei bestreichen.

10. Das Backrohr auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Striezel werden nacheinander gebacken, wobei sich bei mir auf einem Blech zwei Striezel ausgegangen sind.

11. Allerheiligenstriezel ins Rohr geben, die Hitze auf 170 °C reduzieren. Striezel in etwa 30 Minuten goldbraun backen. Falls sie nicht gleichmäßig bräunen, kann man in den letzten Minuten noch Heißluft zuschalten, damit die Hitze besser zirkuliert. Dann sollte man das Gebäck aber im Auge behalten, da es sehr schnell bräunt.

12. Striezel aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
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